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"Hortus conclusus" von Simon Schäfer, Modell
"Die Versorgung ist gesichert" von Christian Tonner
"Die Versorgung ist gesichert" als Entwurf

 

Paradise Found

"Paradise Found" ist ein studentisches Kunstprojekt der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Die Konzeptidee und Konzeption stammt von dem Bonner Künstler und Dix-Stiftungsprofessor Christoph Loos, der zusammen mit Prof. Wolfgang Luy das Projekt leitet.

 

Ausgehend von der Frage, welche Relevanz die große Erzählung vom Paradies - die sich als eine Art Ursprungsgeschichte allen utopischen Denkens lesen lässt - für die heutige Zeit noch haben kann, stellt sich das Hochschulprojekt "Paradise Found" im Kern zwei konkreten Aufgabenkontexten:

 

Für die 3. Hessische Landesgartenschau in Bad Wildungen werden drei Orte transformiert:

 

  1. Der historische Riesendamm-Tunnel bekommt durch den Preisträger Christian Tonner einen völlig neuen Sinn: "Die Versorgung ist gesichert".
  2. Der Unterirdische Garten wird durch den Preisträger Simon Schäfer zum vieldeutigen " Hortus conclusus ".
  3. Die Lustwiese unterhalb Schloss Friedrichstein wird im September für die gesamte Projektklasse zur temporären Ausstellungsszenerie.

 

Am Ende der fast zweijährigen Projektzeit wird das Spektrum der Ideen in einem Katalogbuch zusammengefasst und überregional im Museum für Europäische Gartenkunst, Schloß Benrath bei Düsseldorf vorgestellt.

 

Das Kunstprojekt "Paradise Found" steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts.

 

Neben den beiden 1. Preisträgern wirken folgende Studentinnen und Studenten mit:

Veronica Aguilera - Celia Amitsis - Christoph Becker - Sabine Freund - Katharina Golebiowska - Lisa Klein - Nadine Röther - Simon Schäfer - Christian Tonner - Katrin Trost - Tatiana Urban - Wendelin Weishaupt - Naomi Werner - Silke Willig - Daniel Wind.

"Hortus conclusus" - Simon Schäfer

Thema dieser Gestaltung ist eine kritische Auseinandersetzung mit der antiken Vorstellung vom Paradies als geschlossenem Garten und einem idealen, gesellschaftlichen Verständnis von Sicherheit, in Gestalt eines vollkommen isolierten Raumes. Welches Maß an Sicherheit rechtfertigt welche Einschränkungen der persönlichen Freiheit ? Und wie wirken sich solche Einschränkungen auf die menschliche Psyche aus?

Durch die Positionierung auf der Aussichtsterrasse "Kaiserblick" erschließt sich dem Betrachter eine reizvolle perspektivische Wechselbezieung zweischen der "Gummizelle" unter seinen Füßen und der ihn umgebenden Landschaft.

"Die Versorgung ist gesichert" - Christian Tonner

Diese Installation eröffnet den Einblick auf ein unterirdisches Rohrsystem. Die verschieden farbigen Versorgungsleitungen deuten auf eine Funktion, welche nicht weiter erläutert wird. Zeichenhaft soll auf diese Weise die Vorstellung entstehen, dass die für selbstverständlich angenommene natürliche Umgebung unter Umständen gar nicht natürlich ist.

 

Es gibt keine Natur, sondern nur eine konstruierte Umgebung. Dieser Eindruck verstärkt sich durch das künstliche Paradies der Landesgartenschau.

 

Diese Perspektive wird auf den zweiten Blick dadurch wieder gebrochen, dass die Rohre ihren Zweck nicht erfüllen und sich zu einem funktionslosen Ornament reduzieren.

 

Hinterfragt wird die Annahme von Selbstverständlichkeit und Sicherheit: Wer "sichert"? Und wer ist "gesichert"?