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Streu-Obst-Wiese

Die Geschichte des Grundstückes ist eng mit dem Thema Gartenschau verknüpft – war doch der Vater des letzten Nutzers „Gartenmeister“ und betrieb eine Gärtnerei.

 

Aus den Bauakten geht hervor, dass vor ca. 100 Jahren der Kaufmann Carl Mariechen Wagener in einer früher als „Hühnermästerei“ genutzten Scheune einen Lebensmittelhandel betrieb.

Die „Hühnerfarm“ wurde von ihm in kleinem Umfang weiterbetrieben, um den Absatz der begehrten Eier voranzutreiben.

Im Jahre 1931 übernahm der Gartenmeister Heinrich Wiegand, aus Fritzlar stammend, das Grundstück und baute es zu einem Gartenbaubetrieb mit eigenen Gewächshäusern aus.

Sein Sohn Hermann Wiegand entschloss sich dann Anfang der 60er Jahre, den Gartenbaubetrieb einzustellen und stattdessen einen Obst- und Gemüsehandel in Gang zu setzen. Dieser wurde vom Bornebachtal aus noch bis zum Abriss im Frühjahr 2004 betrieben.

 

Einige der dort stehenden, alten Obstbäume erinnern an den ehemaligen Obst- und Gemüsehandel. Auf dem umliegenden Grundstück mit leichter Hanglage wird eine Streuobstwiese angelegt. Diese Wiesen haben einen hohen ästhetischen Wert. Höhepunkt ist die Obstblüte, die der Landschaft einen einzigartigen Reiz und einen bedeutenden Erholungswert verleiht. Nur wenige Biotope machen die enge Vernetzung von Natur, Landschaft, Kultur und Ernährung so deutlich wie die Obstwiesen. Als Natur- und Kulturlandschaft sind ihre traditionellen Nutzungsformen vorbildlich an Boden, Klima und Gelände angepasst. Ihre nachhaltige Nutzung dient nicht nur der ökologischen Produktion von Nahrungsmitteln, sondern filtert den Regen, schont das Grundwasser, schützt vor Erosion an Hanglagen und dient der Frischluftproduktion.

Viele Insekten nutzen die frühe Blüte als erste Nahrungsquelle. Im Herbst bieten die Früchte den Vögeln einen abwechslungsreich gedeckten Tisch.

 

Der neue barrierefreie und behindertengerechte Hauptweg durch das Bornebachtal wird zwischen den Bäumen über dieses Grundstück führen. Ein schmaler Pfad führt mit sanfter Steigung in Richtung Zentrum und Altstadt.

 

Die Patenschaft und Pflege der Bäume übernimmt eine sehr engagierte Freizeitgärtner-Gruppe, die einen der zwanzig neuen Freizeitgärten im Bornebachtal pachten wird.