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Erfahrungsgärten für die Sinne

Gesundheitsvorsorge, Wohlbefinden und Entspannung sind wichtige Schwerpunkte in der Gestaltung des Landesgartenschau-Geländes.

 

Das Tal über die Bornebachstraße, parallel dem neuen Hauptweg in östlicher Richtung erkundend, entstehen die sogenannten Erfahrungsgärten.

Diese "Gärten der fünf Sinne" sollen Körper und Seele verwöhnen und damit Behandlungsraum unter freiem Himmel bieten. Die von Hecken gerahmten Gärten greifen jeweils ein Schwerpunktthema, eines der fünf Sinne: Hören, Sehen, Riechen, Fühlen und Schmecken auf.

 

Der "Geräuschvolle Garten" spricht den Gehörsinn an. Beläge, Pflanzen und Materialien werden nach den Geräuschen ausgesucht, die sie durch Berührung von sich geben. Ein Klangelement regt zum Bespielen an. Auf dem Belag zeichnen sich Ohrformen ab, die beim Begehen Klänge von sich geben. Die Pflanzen werden nach Namen ausgewählt, die mit Klang zusammenhängen. Knallerbsenstrauch und Trompetenblumen, Glockenblumen und Küchenschelle, Taubnessel und Purpurglöckchen, Frühlingsschelle und Knackweide bestimmen das Pflanzenbild. Einen zusätzlichen Reiz bilden die "Spione", Hörlöcher mit denen man beispielsweise das Murmeln des Bornebachs in den Garten bringt oder Gespräche auf der weit entfernten Gartenbank belauschen kann.

 

Der "Sehenswerte Garten" bietet Training für das Auge. Es ergeben sich für den Besucher überraschende Ansichten. Farbige Scheiben und Bodenbeläge in Kontrastfarben oder aber in nahe verwandten Farben schulen den Sehsinn. Ein augenförmiges Beet zeigt die bunte Vielfalt der Pflanzenwelt und bietet  auf "Sitzwimpern" Platz zum Ausruhen. Durch die dunkle rot-laubige Hecke werden die leuchtenden Farben des Gartens besonders hervorgehoben. Der gesamte Garten vermittelt dem Besucher, Teil eines bunten Kaleidoskops zu sein.

 

Die Nase und der Geruchssinn sind Thema des "Wohlriechenden Gartens". Darin breitet sich Rindenmulch und Holzhäcksel als Bodenbelag aus. Eine geschwungene Sitzskulptur in Nasenform rahmt ein Hochbeet ein. Hier kann der Besucher ein Potpourri verschiedener pflanzlicher Düfte genießen, ohne sich dabei tief nach unten bücken zu müssen. Die sogenannten Duftmoleküle sind von der Windseite abgewandte offene Räume mit erhöhten Pflanzbeeten, in denen sich das Aroma bestimmter Pflanzen ganz besonders gut und bequem wahrnehmen lässt.

 

Der "Gefühlvolle Garten" lädt die Besucher ein, die Schuhe auszuziehen und barfuß die Untergründe zu erfühlen. Der Boden dieses Gartens ist zellenförmig unterteilt und aus unterschiedlichen Materialien. Runde und kantige Steine, Holzhäcksel oder feiner Sand wechseln sich ab. Mit bloßen Füßen wird der Unterschied besonders gut erfahrbar. Auch die Möblierung und Bepflanzung ist auf den Tastsinn ausgerichtet. Weiche Blätter, Dornen und verschiedene Rinden vermitteln ein eher selten beachtetes Bild von den Pflanzen.

 

Ein großes mundförmiges "Sofa" aus - mit rotem Mosaik gefliestem Beton weist darauf hin, dass es in dem "Geschmackvollen Garten"  um die Geschmacksnerven geht. Obst, Gemüse und Gewürzkräuter werden hier angebaut und dürfen probiert werden. Erklärende Tafeln beschreiben die Nutzung der einzelnen Pflanzen und bieten Anreize und Ideen, Früchte, Gemüse und Kräuter selbst anzubauen und zu verarbeiten.